Wohnhaus W

„Eigentlich wollen wir keine Sofas mehr, wir haben doch unsere beiden Sessel zum Lesen“ – teilt meine Mutter uns mit, kurz nachdem 2015 der Entschluss gefasst war, das große, ehemals für die Familie mit vier Kindern gebaute Haus zu verkaufen und durch ein kleines zu ersetzen. Der große Esstisch, an dem man jeher viel liebe Gäste empfangen hatte und der immer das Zentrum der Familie war, sollte zu eben diesem im neuen Haus werden. Zum Zentrum, dem Ort an dem man jederzeit wieder so zusammen sitzen können sollte, wie man es früher getan hat. Das am Rand der Nordeifel stehende Haus besetzt ein Grundstück am Ende einer Sackgasse in einem der charakterlosen, inhomogenen Neubaugebiete der 90er Jahre, die wir aus dem ländlichen, stadtnahen Raum hinlänglich kennen. Durch seine Materialität, die Proportion, handwerkliche Details und seine Orientierung unternimmt das Haus den Versuch, einen Ort für die Familie zu konstituieren, der über gebaute Bilder im Inneren Erinnerungen konserviert und so zu einem neuen Zuhause für die älter werdenden Eltern wird.